NORBERT THIEL, ER

CONTEMPAHRT AUSSTELLUNGEN & KÜNSTLER

 
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BIOGRAPHIE

1961 geboren in Berlin-Ost

1982 Kontakt zur Kunstszene im Prenzlauer Berg

1983 Übersiedlung nach Berlin-West

1984 Grafiker in einer Werbeagentur

1985 Studium an der HBK Braunschweig bei Prof. Hermann Albert

1990 Umzug in das wiedervereinigte Berlin, seitdem zahlreiche Einzel- und Gruppenausstellungen im In- und Ausland
Ausführung großer Glasfenster für die Stiftung der Alexianer

2007 Großer Kopfbau - Monumentalskulptur in Bronze

Thiel im Berliner Atelier

Norbert Thiel

Norbert Thiels erste, von ihm selbst so eingeschätzte, originäre Arbeiten datieren auf das Jahr 1989/1990, dem Ende seines Studiums der Malerei. Hier zeigt sich bereits, was ihn die nächsten Jahre malerisch beschäftigt und er immer wieder thematisiert: Figürlichkeit als tragendes Prinzip, aber nicht abbildend sondern imaginierend. Seine über Jahre erarbeitete Serie von Köpfen, zuweilen in riesigen Formaten, zeigen den Kopf nicht als Portrait, sondern als Form, als Ding, als Architektur und als Malerei, die ohne Anlaß nicht auskommt. Hier finden sich Einflüsse aus dem gesamten Spektrum der Kunst: das Statische der Klassik, die Proportionen der Moderne sowie Texturen und Valeurs, die von Wissen und Zweifel künden. Klar erscheinende Farben, denen man ansieht, dass sie gebrochen wurden; Oberflächen, denen die Malhaut immer wieder abgezogen wurde. Der Kopf kehrt in seinem Schaffen immer wieder, genau wie viele andere der wenigen Themen, die er sich im Lauf der Zeit aneignet. Er sucht nach Motiven, die einerseits Dauer versprechen und dabei genug Platz für eigenes lassen. Das schließt die originale Wiedergabe des Gesehenen, schließt Realismus aus. Es ziehen Pferde, Engel und einfache Häuser ein, die scheinbar willkürlich in Verbindung gebracht werden.

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Thiel schafft sich hier einen eigenen Kanon, der auf den ersten Blick vertraut erscheint, später jedoch befremdlich bis surreal wirkt. Um die Jahrtausendwende setzt dann allmählich eine Wandlung in kleinen Schritten ein. Es kommen jetzt Landschaften hinzu, im kleinen Format, und modern allenfalls in den Farben. Hin und wieder irritieren darauf seltsame Öffnungen im Boden oder unbekannte Objekte, die darüber zu schweben scheinen. Parallel zu diesen, recht konventionell anmutenden, Bildern entsteht die Serie Peinture Noir, die, gänzlich ungewöhnlich, Pistolen und Revolver in den Mittelpunkt stellt. Diese Objekte werden zu detailgetreuen Emblemen, deren Gefährlichkeit im meist dunklen Farbenmeer untergeht. Daran schließt sich seit 2005 eine Serie Weißer Bilder an, denen die Farbigkeit förmlich weggeschliffen wurde und in denen sich Malerei und Zeichnung verschränkt. Parallel entstehen große, farbstarke Formate mit Motiven, die unschwer im zeitgenössischen anzusiedeln sind. Zuletzt beschäftigte ihn die Arbeit an einer Skulptur: geschaffen in Berlin und 2008 nach Mallorca transportiert. Dort steht nun ein vier Meter hoher Kopf aus Bronze, dem gleichmütig blickend Häuser aus dem Haupt wachsen, inmitten einer hügeligen Landschaft am Meer und kündet vom Gestaltungsdrang der Gegenwart.